Tordi hat geschrieben:Broesel hat geschrieben:Das man sich dann direkt dreht beim Gasgeben in der Kurve etc. ist Schwachsinn.
Irgendwas von "drehen" hat niemand behauptet, aber wenn es wirklich glatt ist und die
zu schnell genommene Kurve beim gesperrten Allrad kommt, geht es geradeaus. Ist Physik, kein Schwachsinn. Mach einfach mal einen Fahrsicherheitskurs, wirkt oft Wunder bei Leuten, die noch nie ein Auto über das physikalische Limit bewegt haben. Für den Anfang genügt schon, sich den theoretischen Unterschied von übersteuern (=drehen) und untersteuern (=ganz und garnicht drehen) zu gegenwärtigen. Heldengeschichten von mit AT´s bewältigten Passstraßen sind hierbei wenig zielführend.
Hallo,
da Du ja scheinbar solche Kenntnisse hast, die Dir erlauben über andere Menschen und Fähigkeiten zu urteilen, ohne diese zu kennen, solltest Du dann bitte auch die physikalischen gegebenheiten im Detail erläutern.
grundsätzlich wird, bei Glatter Straße, JEDES Auto eher untersteuern als übersteuern.
Aber holen wir weiter aus:
Zunächst mal muss man betrachten, was es denn für Verschiedene Bereiche gibt in denen eine Kurve theoretisch durchfahren werden kann, mal einfach kurz zusammengefasst:
1.) Konstante Geschwindigkeit, So langsam, das das Auto normal durchkommt.
2.) Konstante Geschwindigkeit, viel zu schnell, so das das Auto nur noch gradeaus fährt.
Bei diesen beiden Bereichen ist, wenn man "mittig drin liegt" die Antriebsart recht egal.
Sie spielt nur eine Rolle, wo welcher Bereich anfängt und welcher Aufhört, also wo die Grenze liegt, bzw. wie groß der Grenzbereich ausfällt.
Wie gesagt, das alles bei konstanter Geschwindigkeit, nicht im Grenzbereich, ohne Lastwechsel.
Dies kommt in der Paxis aber so gut wie nie vor, da man immer entweder bremst oder Gas gibt, oder eben doch am Grenzbereich ist.
Daher muss man das ganze im Alltagsbereich etwas differentieller betrachten:
Wir müssen uns also mit den dann auftretenden Verhalten vertraut machen:
Übersteuern: Das Fahrzeug fährt einen kleineren Kurvenradius (im Grenzberiech) bzw. dreht sich (Im Extremfall)
Untersteuern: Das fahrzeug fährt eine größere Kurve (im Grenzbereich) bzw. fährt gradeaus weiter
Betrachten wir also zunächst die Einflüsse bei Lastwechseln:
Gasgeben:
- 2WD Heckantrieb: Wird übersteuern (schwer kontrollierbar)
- 2WD Frontantrieb: Wird untersteuern (gut kontrollierbar)
- 4WD Permantallrad: Wird eher untersteuern (gut kontrollierbar)
- 4WD Zuschaltallrad: Wird eher untersteuern. (mittelmäßig kontrollierbar)
Gas wegnehmen:
- 2WD Heckantrieb: Wird übersteuern
- 2WD Frontantrieb: Wird untersteuern
- 4WD Permanentallrad: Wird eher übersteuern
- 4WD Zuschaltallrad: Wird untersteuern
Beim Bremsen in der Kurve wird das ganze etwas komplizierter: Man muss hier ABS etc. ja auch aussen vor lassen, um rein physikalisch zu bleiben, ohne Regelungen.
Während sich 2WD Front und Hecktriebler, sowei 4WD Permantnallrad Fahrzeuge sich hier ähnlich verhalten wird bei 4WD Zuschaltallrad Fahrzeugen hier wird der fehlende Mittelausgleich zu einem Faktor, der schwer einzuschätzen ist. Hier kommt es dann recht stark auf die Kurvenradien (und damit die Drehzahlunterschiede) an. Es ist also die Frage, welche Drehzahlen die Achsen annehmen, also ob die höhere Drehzahl der Vorderachse dominiert (Längere Strecke zurückzulegen, höhere Drehzahl), oder die der Hinterachse (kürzere Strecke, wenigher Drehzahl). Ebenfalls ein Faktor dabei ist die enorm hohere Bremskraft an der Hinterachse bei einem Permantallrad im 4WD Modus: Die sonst deutlich weniger gebremste hintere Achse wird nun ident der vorderen gebremst, womit ein Ausbrechen hinten sehr wahrscheinlich ist.
Und genau das ist auch noch ein wichtiger Punkt: Während bei einem 2WD oder 4WD Permantallradler eigentlich immer identisch verhalten, wird der fehlende Mittelausgleich bei zuschaltallradlern zum unberechenbaren Faktor. Man kann vor und in der Kurve nicht sagen, welche Achse dominiert, sprich welche der anderen die Drehzahl aufzwängt, so ist ein HiLux im 4WD unberechenbarer als im 2WD, ebnso jeder andere zuschaltallrad ohne Mitteldifferential.
Denn der Zuschallallradler kann zu Lastwechseln an einer Achse führen die der Fahrer nicht beeinflussen kann, da beide Achsen immer ident schnell drehen und der fahrer nicht weiss welche dominiert.
Somit bleibe ich auch dabei:
- das 2WD Hecktriebler sich nicht zwingend in der Kurve drehen, sondern das man dies durch falsches gasgeben fördert.
- das 4WD Zuschaltallradler unberechenbarer sind wenn sie im 4WD statt im "2WD hecktriebler Modus" gefahren werden, und man daher den Einsatz des zuschaltallrades genau überdenken muss
- das das sinnvollste imemrnoch die angepasste Geschwindigkeit ist.
- das man mit einem 4WD zwar besser beshcleunigen kann bei Glätte aber die Massenträgheit in der Kurve und beim Bremsen ident ist zu alle anderen Fahrzeugen.
Achso, Tordi, auch hier in diesem thread drifftest Du wieder vom sachlichen ins persönliche ab.
Sinnvoller als die fachkenntnisse des anderen anzuzweifeln ist es immernoch durch sachliche und fachliche Beiträge zu überzeugen.
Meine Schilderung als heldentag hinzustellen ist sowohl sachlich als auch fachlich völlig aus der Luft gegriffen. ich habe lediglich dargestellt, das 4WD nicht alles ist, und das mit einem Beispiel unterlegt.
Vioele grüße
Daniel